Fangen wir mit einer Übung an, in der wir lernen, Texturstreifen mit Strukturpaste und Plastiktüten zu erstellen. Wir nehmen eine Spritz- oder Gefriertüte, falten sie auseinander und suchen eine Ecke.
Ich nehme meine Tüte, finde eine Ecke, richte sie aus und beginne, die Strukturpaste mit einem Spachtel in diese Ecke zu füllen. Für die Übung brauchen wir nur eine kleine Menge – etwa 3–4 Spachtel. Achte unbedingt darauf, den Eimer oder das Gefäß mit der Strukturpaste gut zu verschließen, damit sie nicht austrocknet. Getrocknete Paste enthält Klümpchen, und dadurch entsteht am Ende eine unerwünschte Textur auf dem Bild.
Wichtig: Rühre die gesamte Paste im Eimer gut um, bevor du sie benutzt! Beim Lagern setzt sich die Paste ab und trennt sich – die obere Schicht kann sich stark von der unteren unterscheiden.
In diesem Kurs verwende ich die Strukturpaste KNAUF Super Finish.
In den USA und Kanada kann man alternativ die All Purpose-Paste von Sheetrock verwenden. Da diese Paste recht dickflüssig ist, empfehle ich, etwas weiße Acrylfarbe und etwas Holzleim beizumischen – das sorgt für eine sichere Haftung auf der Leinwand.
Die gesamte Strukturpaste sollte in eine Ecke der Tüte gefüllt werden, damit sich alles dort sammelt. Danach wird die Tüte verschlossen. Da meine Tüte eine Falz hat, schneide ich die Ecke vorsichtig mit einer Schere ab – nur die Spitze, ohne die Tüte selbst zu beschädigen. Dann drücke ich die Ecke aus, damit keine Paste mehr drin ist, und schneide ein kleines Stück von etwa 3–5 mm ab.
Im Prinzip eignen sich alle kleinen Beutel für diese Technik: Spritzbeutel, Gefrierbeutel usw.
Dann brauchen wir Wasser, einen mittelgroßen Pinsel, ein A4-Papier und ein Tuch oder eine Serviette.
Ich beginne damit, die Paste mit gleichmäßigem Druck aus der Tüte zu drücken. Drücke mit genug Kraft, damit die Paste vorne herauskommt.
Wichtig: Die Tüte darf nicht über die Leinwand gezogen werden – sie muss immer leicht über der Oberfläche schweben. So wird der Streifen sauber und gleichmäßig, ohne zu verschmieren. Außerdem lässt sich so die Richtung und Form der Linie besser kontrollieren.
Wenn ich die Tüte jetzt über die Leinwand ziehen würde, entstünde kein gleichmäßiger „Zickzack“. Der Trick ist, die Tüte in der Luft zu halten.
Übe verschiedene Formen mit der Textur: Kreise, Linien, Gitter, sich überlappende Streifen. Je mehr du übst, desto besser wird das Ergebnis!
Auch die Geschwindigkeit ist entscheidend. Sie sollte immer konstant sein! Wenn du langsamer wirst, entstehen Unebenheiten. Wenn du zu schnell bist, kann der Streifen reißen. Und wenn er reißt, musst du ihn wieder zusammensetzen – dann wird die Textur nicht mehr perfekt. Ziel ist es, sie so sauber wie möglich hinzubekommen.
Jetzt lernen wir, wie man die Streifen schichtet und verbindet. Wir haben den ersten Streifen gelegt, nun platzieren wir den zweiten direkt darüber. Es soll eine saubere Verbindung entstehen. Wiederhole den Vorgang mit dem zweiten und dritten Streifen – alles schön übereinander. So entstehen weiche Übergänge ohne grobe Kanten.
Übe das Verbinden der Streifen so oft wie möglich. Je besser du es beherrschst, desto eindrucksvoller wird dein fertiges Bild mit dieser Technik.
Jetzt brauchen wir einen mit Wasser angefeuchteten Pinsel. Der Pinsel muss feucht sein!
Nun beginnen wir, die Übergänge zwischen den Streifen sanft zu glätten, damit das Ergebnis schön gleichmäßig wird. Der Pinsel sollte dabei immer nass bleiben – das ist sehr wichtig!
So verbinden wir unsere Streifen mit leichten, sanften Bewegungen.
Wenn ein Übergang mal nicht so gut aussieht – kein Problem. Beim Arbeiten am eigentlichen Bild können wir solche Stellen später vorsichtig abschleifen. Diesen Schritt zeige ich dir in einem meiner nächsten Workshops.
Mit etwas Übung wird dir diese Technik in Fleisch und Blut übergehen, und du wirst sie ganz natürlich in deine zukünftigen Werke einfließen lassen können – für einzigartige und beeindruckende Strukturbilder.